Ermittler Vicente Alapont

Gewaltverbrechen, die nie aufzuhören scheinen, Überstunden, die seiner Ehe geschadet haben und ein Entführungsfall, der ihm besonders an die Nieren gegangen ist: Obwohl Vicente Alapont als einer der besten Ermittler gilt, hatte er eines Tages die Nase voll und hängte seinen Job als Inspektor bei der Policia Nacional an den Nagel. Dafür fährt er heute als Aus- respektive Quereinsteiger Taxi in seiner Heimatstadt Valencia. So ist er jetzt sein eigener Chef, hat mit ganz normalen Menschen wie Du und ich zu tun und endlich wieder Zeit sich den angenehmen Dingen des Lebens widmen: früh am Morgen im Meer schwimmen zu gehen, entspannt mit Freunden eine Paella zu genießen, die Beziehung zu einer Ex-Frau zu kitten und an den sonntäglichen Familientreffen teilzunehmen.

„In Spanien verdienen die Menschen viel weniger als in meiner alten Heimat, der Schweiz, und trotzdem sind wir hier irgendwie glücklicher, zufriedener. Kein Wunder, bei über 300 Sonnentagen im Jahr und dem Mittelmeer vor der Haustür.“, sagt Autor Daniel Izquierdo-Hänni, und erklärt: „Vicente Alapont ist daher, wie die meisten Valencianos, eine positive und lebensfrohe Persönlichkeit.

Die Story von „Mörderische Hitze“

Als Alapont einen Fahrgast in dessen Hotel abholen will, in welches er ihn vor zwei Tagen gefahren hat, wird ihm gesagt, dieser sei aus dem Fenster gesprungen. Doch an einen Selbstmord will Alapont nicht glauben, zu fest freute sich dieser auf seine Weiterreise nach Mallorca. Auf Grund dieser Ungereimtheiten erwacht in Alapont der verloren geglaubte Schnüfflerinstinkt wieder, also nimmt er die Ermittlungen auf eigene Faust auf.



Die Nachforschungen führen den ehemaligen Polizeiinspektor zu einer Bodega im Weinanbaugebiet von Utiel-Requena, welche, so findet er heraus, auch die Guardia Civil im Zuge von Ermittlungen gegen einen Drogenschmugglerring unter Beobachtung hat. Bei seinen Nachforschungen über die alteingesessene Winzerfamilie Montero stellt er fest, dass sowohl der Patriarch wie auch dessen Sohn keine Skrupel haben. Und zwar bis zu dem Punkt, dass der Montero-Spross bei einem Zusammenkommen mit Alapont damit angibt dessen Fahrgast auf dem Gewissen zu haben. Doch Alaponts innere Stimme sagt ihm, dass dies nicht die Lösung des Falles ist, dass da mehr dahintersteckt.

Die Story von „Falsches Spiel in Valencia“

Als der größte Transportunternehmer Valencias spurlos verschwindet, erhält Vicente Alapont den Auftrag diesen zu suchen. Seine Ermittlungen führen ihn zum einflussreichen Wirtschaftsverband der Region und zu dessen mächtigen Präsidenten, der gerade um Milliardensubventionen für den Ausbau der Bahnstrecke entlang der spanischen Mittelmeerküste kämpft. Doch nicht alle innerhalb der Asociación Empresarial Valenciana stehen hinter diesem Großprojekt, der verschwundene Cristóbal Fabregat gilt als einer der einflussreichsten und vehementesten Gegner. Gleichzeitig nimmt Alapont auch die Firma des Vermissten unter die Lupe und stellt fest, dass Geschäftsbeziehungen zu einer Privatbank an der Costa Blanca bestehen, welche im Besitze der russischen Mafia ist.

Alapont, der seinen Job als Inspektor bei der Policía Nacional quittiert hat, um etwas ruhiger zu treten, findet sich plötzlich im Spannungsfeld zwischen regionalpolitischen Höhensphären und den Niederungen des organisierten Verbrechens wieder.

Über den Autor

1965 in Basel geboren, lebte Daniel Izquierdo-Hänni bis zu seinem 40. Lebensjahr in der Schweiz. Ob als Redaktor bei einer Regionalzeitung, als Pressereferent diverser Organisationen oder als Konzepter in einer Werbeagentur, das geschriebene Wort war schon immer ein wichtiger Bestandteil seines Berufes. Auch nach seinem Umzug nach Valencia, wo er seit 2005 mit seiner aus Málaga stammenden Frau lebt, hat sich nichts daran geändert. Neben Fachartikeln und Spanienreportagen hat er auch den DuMont Direkt Reiseführer über Valencia verfasst.

Mit seinen Alapont-Romanen geht er nun einen Schritt weiter, verflechtet er doch das Spanien, das er kennt und liebt, mit kurzweiligen Krimigeschichten.

Authentisches Spanien

Es ist nicht unüblich, dass die Schriftsteller*innen von französischen, italienischen oder spanischen Urlaubskrimis lokal klingende Autorennamen als Pseudonyme verwenden um ihre wirklichen, deutschen Namen zu verbergen. Daniel Izquierdo-Hänni braucht hingegen keinen Künstlernamen, lebt der schweiz-spanische Doppelbürger seit rund 20 Jahren in der Heimatstadt seines Vaters, inmitten einer typisch spanischen Großfamilie.

Lektüre zu Allerheiligen am Familiengrab aus dem Jahr 1900.

Izquierdo-Hänni kennt daher die spanische Mentalität bestens, und als Doppelbürger ist er besonders gut in der Lage, das Leben und den Alltag in seiner Wahlheimat der Leserschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz unverfälscht und gut verständlich näher zu bringen. In diesem Sinne reichert er seinen Alapont-Krimi mit Geschichten und Anekdoten an, die er selbst erlebt hat und von denen er weiß, dass sie ein authentisches Bild Spaniens vermitteln. Und zwar durchaus kritisch, aber auch mit einer Prise Humor.



Und ja, was wäre die mediterrane Lebensfreude ohne die spanische Gastronomie?